Einladung zur Auftaktveranstaltung zum Interreg Projekt Kleingewässer

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Was ist Interreg V?

 

Wir fördern Europa.

Interreg ist ein Regionalprogramm der Europäischen Union zur Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, an dem sich auch Nicht-EU-Staaten beteiligen können. Über 39,5 Mio. EUR Fördergelder von der EU werden ergänzt durch staatliche Mittel aus der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein, sodass insgesamt über 51 Mio. EUR Fördermittel zur Verfügung stehen. Ziele des Programms sind mehr Wettbewerbsfähigkeit, Innovation, Beschäftigung und Bildung. Gleichzeitig werden Umwelt‑, Energie‑ und Verkehrsthemen angegangen. Einen zusätzlichen Schwerpunkt bilden Forschung und Innovation, mehr Energieeffizienz und eine stärkere Nutzung erneuerbarer Energien. Ferner soll das gemeinsame Natur- und Kulturerbe, insbesondere am Bodensee und am Rhein, noch an Attraktivität gewinnen.

http://www.kleingewaesser-netzwerk.org

http://www.interreg.org/

In diesem Projekt soll durch die Anlage und Neugestaltung von Kleingewässern die Biodiversität in der Bodenseeregion erhalten und gefördert werden. Naturschutzorganisationen und -behörden sowie Kommunen in den Bodensee-Anrainerländern werden konkrete Maßnahmen der Pflege, Neuanlage und Neugestaltung von Teichen, Tümpeln, Flutmulden, Torfstichen, Grabenaufweitungen etc. und die Renaturierung kleiner Bäche, planen, umsetzen und den Erfolg der Maßnahmen anhand ausgewählter Arten kontrollieren. Auf die Einbindung von lokalen Organisationen und Ehrenamtlichen wird dabei besonderer Wert gelegt.

Eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit bringt das Thema der breiten Bevölkerung näher und macht sie auf die Werte von Kleingewässern (Biodiversität, Naherholungsgebiete mit Naturerlebnis) aufmerksam. Grenzüberschreitende Fachexkursionen werden dem Wissens- und Erfahrungsaustausch zum Natur- und Artenschutz an Kleingewässern unter den Projektpartnern, aber auch Ehrenamtlichen und lokalen Organisationen dienen. Durch all diese Aktivitäten soll ein grenzüberschreitendes Netzwerk für Kleingewässer in der Bodenseeregion entstehen.

Territoriale Herausforderung

Kleingewässer sind wichtige Elemente zur Förderung und Erhaltung der Biodiversität im Bodenseeraum. So sind beispielsweise viele gefährdete, Amphibien-, Wasserkäfer- und Libellenarten, wie Kreuzkröte, Gelbbauchunke, Laubfrosch, Kammmolch, Breitrand, Schmalbindiger Breitflügel-Tauchkäfer, Moosjungfer-Arten, Binsenjungfer-Arten oder Winterlibellen, darunter auch FFH Anh. II und IV-Arten, auf sie als Lebensraum angewiesen.

Einst entstanden Kleingewässer durch dynamische Prozesse immer wieder neu. In den heutigen Kulturlandschaften am Bodensee fehlt diese Dynamik weitgehend, sodass verlandende Kleingewässer durch regelmäßige Pflege erhalten oder durch Neuanlage immer wieder ersetzt oder erhalten werden müssen. Kleine Bäche müssen durch Renaturierung in einen naturnäheren Zustand überführt werden. Z. B. dient die naturnahe Bepflanzung mit Gehölzen über deren Beschattung als Anpassung an Effekte des Klimawandels (Reduzierung der Wassererwärmung). Gleichzeitig wird der Umsetzung der EU-WRRL zugearbeitet. (Relevante Tierarten: Prachtlibellen-Arten, Quelljungfern, Groppe, Elritze) Diese Herausforderung besteht in allen Ländern um den Bodensee und kann nur gemeinsam gemeistert werden. Denn Tiere und Pflanzen kennen keine Staats- und Ländergrenzen, sondern brauchen eine grenzüberschreitende Vernetzung der Biotope mit Ausbreitungskorridoren und Trittsteinen.

Die Betreuung einzelner Biotope kann nicht überall von Behörden geleistet werden. Hier können Naturschutzorganisationen und Ehrenamtliche wichtige Beiträge leisten. In diesem Projekt sollen deshalb öffentliche Institutionen, NGO´s und Ehrenamtliche vernetzt werden, um Wissen und Erfahrungen auszutauschen und die personellen Ressourcen (hauptamtliche und ehrenamtliche) für die Betreuung von Kleingewässern zu bündeln.

Zielerreichung und deren Messbarkeit

Das Projekt soll die Biodiversität von Kleingewässern in der Bodenseeregion steigern.

Durch das Projekt entsteht ein grenzüberschreitendes Netzwerk aus öffentlichen Institutionen, NGO´s und Ehrenamtlichen zur Betreuung von Kleingewässern, in dem auch nach Projektende Erfahrungen und Wissen ausgetauscht und Kooperationen in der praktischen Umsetzungsarbeit und Öffentlichkeitsarbeit entstehen können.

Durch die Anlage und Pflege von Kleingewässern werden Laichgebiete, Lebens- und Nahrungsräume für viele Tier- und Pflanzenarten geschaffen bzw. aufgewertet. Deren Entwicklung wird im Rahmen der Erfolgskontrolle und anschließendem Monitoring festgehalten und dokumentiert.

Die breite Bevölkerung lernt durch die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit und insbesondere Exkursionen aber auch die Mitarbeit bei Pflegeeinsätzen Kleingewässer mit ihrer Pflanzen- und Tierwelt als kleine Naturjuwele ihrer Gemeinde zu schätzen und identifizieren sich mit ihnen. Gleichzeitig erkennt sie ihren Wert als Teil eines großen Lebensraumverbundes in der Euregio und versteht transnationale Schutzbemühungen besser.

Die Erreichung der Projektziele lässt sich anhand folgender Indikatoren messen:

  • Anzahl und Fläche der angelegten stehenden Kleingewässer

  • Länge von renaturierten Bachabschnitten

  • Erfolgskontrolle anhand ausgewählter Arten (Pflanzen, Amphibien, Libellen etc.)

  • Anzahl der Treffen der Projektpartner und Fachexkursionen bzw. Workshops für potentielle BetreuerInnen von Kleingewässern

  • Anzahl der Veranstaltungen für die breite Bevölkerung und Rückmeldungen

  • Anzahl an Presseinformationen

Geplanter Durchführungszeitraum

Beginn des Projekts: 01.06.2015

Ende des Projekts: 30.05.2019



12. November 2020

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